RatgeberAufmaßKonstruktionslogik

Aufmaß & Konstruktionslogik für LOFT-Systeme

Wenn Boden, Fliese oder eine alte Tür bereits vorhanden sind, entscheidet nicht die Erinnerung an den früheren Durchgang, sondern die neue Systemlinie. Genau dort beginnt die Logik von Aufmaß, Lage im Durchgang und Anschluss-Finish.

Diese Seite erklärt nicht die Montage, sondern die Reihenfolge der Entscheidungen vor der Bestellung: zuerst Geometrie, dann Befestigungszone, dann Einbaulinie – und erst danach Bodenlinie, Fuge und Finish.

Geometrie vor Nullfuge Alte Tür ist kein Bezug Bodenlinie folgt dem System STOPP bei unklarer Randzone
! Wichtige Einordnung
Diese Seite ist keine Montageanleitung. Sie beschreibt die Entscheidungslogik vor der Bestellung: Öffnung, Randzone, Einbaulinie, fertiger Boden und Anschluss-Finish. Wenn Wandaufbau, Boden oder Befestigung unklar sind: STOPP und schriftlich klären.
Systemvorschau

Alte Türlinie ≠ neue Systemlinie

01
alte Zarge / alte Linie ×
tragfähige Randzone
Einbaulinie der neuen Anlage
Bodenlinie / Fuge / Finish

Die neue Lage ergibt sich nicht aus der alten Tür, sondern aus Wand, Befestigungszone, Öffnungslogik und Systemtyp.

02 Kurzantwort für Bauherren: erst System, dann Einbaulinie

Der Boden kann oft vorab geplant oder bereits fertiggestellt werden – aber nicht nach der alten Türlinie. Eine neue Stahl-Glas-Anlage übernimmt nicht automatisch die Lage der früheren Holztür.

Alte Tür ist kein Maßstab

Die frühere Zarge erklärt nicht, wo die neue Anlage konstruktiv sinnvoll sitzt.

Randzone ist nicht automatisch sicher

Die vordere Kante der Laibung kann zu schwach, hohl oder ungeeignet für eine ruhige Befestigung sein.

Bodenlinie kommt zuletzt

Erst Systemtyp und Einbaulinie festlegen, dann Fliesenlinie, Stoß und Finish definieren.

Systembasis
Wer zuerst die Produktbasis einordnen möchte, findet hier die Hauptseite Loft-Türen für Innenräume und die Grunddefinition Tür als System statt Bauteil.
LaibungÖffnungswinkelRandzone

Position in der Laibung: Öffnungswinkel vs. Befestigungszone

Dieses Modul zeigt, warum eine neue Tür nicht einfach „wie die alte“ übernommen wird. Entscheidend sind tragfähige Randzone, Lage in der Laibung und realer Öffnungswinkel – nicht die Erinnerung an die frühere Zarge.

! Einordnung

Die Grafik erklärt die Systemlogik einer klassischen Drehtür in der Laibung. Sie dient der Einordnung von Position, Wandkontakt und Öffnungsgrenze. Sie ist keine Montageanleitung und kein Freigabeersatz für die reale Baustelle.

60×42 4 mm Glas 30×30 10×10

Stopper ist rechts der Wandlinie. Fixierung: Kante (Laibung) + Wandkontakt (Griff).

Laibung-Aufbau (S)
0 mm
S hebt die Wandkante nach oben an (Wand existiert nur unterhalb der Kante).
Öffnungswinkel
0° (max. 180°)
Der Winkel wird bei Kontakt automatisch auf den realen Maximalwert begrenzt.
STOP
03 Was der Rücksprung nach innen verändert

Ein Rücksprung nach innen ist keine Geschmacksfrage. Er kann darüber entscheiden, wo die Konstruktion sicher befestigt wird, wie weit die Tür real öffnet, wo sie an Wand oder Laibung stoppt und wo die neue Bodenlinie überhaupt sinnvoll verläuft.

Folge

Befestigungszone

Die tragfähige Zone liegt oft nicht direkt an der vorderen Kante. Wenn der Rand schwach ist, wandert die Anlage tiefer in die Öffnung.

Folge

Öffnungswinkel

Die Lage in der Wandstärke beeinflusst, ob die Tür sinnvoll öffnet, früher stoppt oder gegen Wand und Laibung kollidiert.

Folge

Kollision mit Wand / Laibung

Ein anderer Rücksprung verändert Kontaktpunkte, Anschlaglogik und die nutzbare Öffnung im Alltag.

Folge

Bodenfuge / Fliesenlinie

Die Bodenlinie ergibt sich aus der neuen Systemachse – nicht aus der Linie der alten Zarge oder eines früheren Belags.

! Randzone ist keine sichere Befestigungszone
Ein loser Rand, Hohlräume oder ein schwacher Untergrund sind kein Detail. Dann wird die Anlage nicht „trotzdem vorne“ gesetzt, sondern die Lage wird angepasst oder der Untergrund vorbereitet – schriftlich und vorab.
04 Boden vor der Tür: was der Fliesenleger vorher wissen muss

Für unsere Systeme ist der fertige Boden der richtige Bezug. Das heißt aber nicht, dass die Linie einfach nach der alten Tür geführt werden kann. Maßgeblich bleibt die Logik der neuen Anlage.

Wichtig vorab

Fertiger Boden als Bezug

Die spätere Anlage wird auf Grundlage des fertigen Niveaus gedacht – nicht aus einem offenen Rohzustand heraus.

Keine Universallinie

Fliesenlinie folgt dem System

Wo Stoß, Fuge oder Materialwechsel liegen, ergibt sich erst aus Türtyp, Rahmenlage und Einbaulinie.

Sonderfall

Stulp / zweiflügelig

Bei bestimmten Lösungen kann ein Gegenstück im Boden erforderlich sein. Das muss vor der Bodenarbeit feststehen.

Technik zuerst

Fußbodenheizung vorher klären

Wenn im Boden gebohrt oder fixiert werden muss, darf die Bodenheizung kein späteres Überraschungsthema bleiben.

Produktbezug
Für die allgemeine Produktlogik: Loft-Türen für Innenräume. Für Bewegungsunterschiede: Pivot-Tür oder Drehtür im Vergleich.
AufmaßLoft-DrehtürenRAW-Maße

Aufmaß für klassische Loft-Drehtüren: RAW zuerst

Dieses Modul hilft dabei, die Rohmaße der Öffnung sauber zu erfassen. Es gilt für klassische Loft-Drehtüren mit Rahmenlogiknicht für Pivot-Türen.

Gemessen werden Breite oben / Mitte / unten sowie Höhe links / Mitte / rechts. Für die erste Einordnung zählt jeweils das kleinste Maß der Öffnung (MIN-Regel).

! Wichtiger Rahmen
Bitte senden Sie uns immer die Rohmaße der Öffnung: b1 / b2 / b3 + h1 / h2 / h3. Die hier gezeigte Orientierung ist kein bestätigtes Fertigmaß. Endmaße werden im Angebot schriftlich bestätigt.
Gilt für: klassische Loft-Drehtüren Gilt nicht für: Pivot-Türen Bitte immer RAW-Maße senden
LIVE_GEOMETRY // MIN_RULE: ON // SEND: RAW
b3 b2 b1 h1 h2 h3 Klick auf Maß → Fokus ins Feld
Praktische Einordnung
Dieses Modul dient dazu, die Öffnung sauber zu beschreiben. Es bestätigt keine Endmaße und ersetzt keine schriftliche Freigabe. Für Pivot-Türen darf dieses Schema nicht übertragen werden.
05 Vor der Anfrage: was wirklich klar sein muss

Vor einer sauberen Einordnung zählen nicht nur Höhe und Breite. Entscheidend sind auch Randzone, fertiger Boden, Einbaulinie, Systemtyp und Anschluss-Finish.

Prüfpunkt

Wand / Randzone

Ist die Anschlusszone tragfähig oder gibt es Hohlräume, lose Schichten oder einen schwachen Rand?

Prüfpunkt

Fertiger Boden

Ist das spätere Niveau definiert und ist klar, ob im Boden etwas fixiert werden muss?

Prüfpunkt

Einbaulinie

Ist die neue Lage konstruktiv entschieden – oder schaut man noch auf die alte Zarge?

Prüfpunkt

Systemwahl

Steht fest, ob Dreh-, Pivot-, Schiebe- oder Trennwandlogik überhaupt zum Objekt passt?

STOPP Merksatz
Nicht die alte Türlinie und nicht die schnellere Baustellenentscheidung führen zum ruhigen Ergebnis, sondern die richtige Reihenfolge: System → Einbaulinie → Bodenlinie → Finish.

Pivot-Systeme: andere Bewegung, andere Maßlogik

Spezialfall innerhalb der Aufmaßlogik

Pivot-Systeme dürfen nicht wie eine klassische Drehtür mitgedacht werden. Achslage, Bewegungsradius, Funktionsfugen und nutzbarer Durchgang folgen einer anderen Logik. Genau deshalb ist das RAW-Modul oben nicht auf Pivot übertragbar.

WAND 0-5 mm FESTTEIL WAND FUGE 6-8 mm ACHSE L ACHSE R 4–6 mm 6–8 mm
LINKER FLÜGEL 0°
RECHTER FLÜGEL 0°
06 Weiterführend im System

Diese Seite klärt die Entscheidungslogik vor der Bestellung. Die Nachbarseiten vertiefen anschließend Produktbasis, Bewegungsprinzip und Befestigungsvoraussetzungen.

K Kanon
Diese Seite ersetzt nicht die Produktseiten. Sie hilft dabei, typische Vorfragen vor dem Auftrag sauber zu klären: Randzone, alte Türlinie, Boden, Öffnungslogik und Aufmaß.
07 FAQ: typische Fragen vor der Bestellung
01Kann der Fliesenleger den Boden schon fertig machen, wenn die Tür erst später kommt?

Oft ja – aber nicht nach der alten Türlinie. Erst wenn Systemtyp und Einbaulinie feststehen, lässt sich die richtige Bodenlinie sauber ableiten.

02Warum kann die neue Tür nicht einfach in derselben Linie wie die alte Tür sitzen?

Weil die alte Tür kein konstruktiver Maßstab ist. Maßgeblich sind Wandaufbau, tragfähige Randzone, Öffnungswinkel und Anschlusslogik der neuen Anlage.

03Ist die vordere Laibungskante automatisch die richtige Position?

Nein. Die Vorderkante kann statisch ungeeignet, ausgebrochen oder zu schwach sein. Dann liegt die richtige Befestigungszone weiter innen.

04Was verändert ein Rücksprung nach innen konkret?

Er verändert Befestigungszone, Öffnungswinkel, Kollisionen mit Wand oder Laibung und die spätere Bodenlinie vor der Tür.

05Was muss vor der Einordnung wirklich gemessen oder geklärt werden?

Nicht nur Höhe und Breite. Auch fertiger Boden, Wandzustand, Randzone, Einbaulinie und Systemtyp müssen klar dokumentiert sein.

06Was passiert, wenn Lage, Boden oder Befestigung noch unklar sind?

Dann gilt nicht Improvisation, sondern STOPP und schriftlich klären. Genau dafür ist diese Seite gedacht.